Warum Begeisterung wichtiger ist als Kompetenzen

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Ich empfehle meinen Klienten bei der Berufswahl immer zuerst nach dem zu schauen, was sie gern tun, wo ihre Interessen und Neigungen sind und – und das ist ganz elementar wichtig – wofür sie sich begeistern können. Warum tue ich das? Ich bin der festen Überzeugung, dass

man alles lernen kann, wenn man sich für eine Sache wirklich, so richtig begeistert. Ich kann also Kompetenzen erwerben, aber nicht Begeisterung, denn die kommt von Innen. Das macht den Unterschied. Und das macht dann auch den Unterschied in der Leistung. Nur wirklich „infizierte“, leidenschaftliche Menschen können Spitzenleistungen erbringen.

Nehmen wir mal Michael Schumacher: Warum ist er mit über 40 Jahren noch mal in seinen Rennwagen eingestiegen? Weil er das Geld brauchte? Weil er es noch mal allen beweisen wollte? Wohl kaum, das hatte er alles schon geschafft. Er war leidenschaftlich, geradezu besessen von dem, was er tat. Oder nehmen wir Henry Maske, der auch mit Anfang 40 ein Come-back gewagt hat, weil er das Boxen liebte. Oder Tina Turner, die auch noch mit 70 Jahren die Massen begeisterte. Oder schauen Sie auf überdurchschnittlich erfolgreiche Unternehmer: Auch hier gilt, dass diese Menschen für ihren Beruf brennen.

Alle diese Menschen lieben, was Sie tun, sie sind von ihrem Job begeistert und leben ihren Job mit jeder Faser ihres Körpers. Und Sie sind alle so gut, eben weil sie ihre ganze Energie aufwenden. Topleistungen entstehen nicht durch Talent oder besondere Stärken, das ist immer nur das Sahnehäubchen und hilft auf jeden Fall. Spitzenleistungen entstehen in erster Linie dadurch, dass man seinen Job so sehr liebt, dass man alles dafür gibt und von innen heraus motiviert immer besser werden will. Dies gibt diesen Menschen eine tiefe Befriedigung. Sie sind erfüllt von dem, was sie tun. Der Erfolg stellt sich dann von ganz allein ein und lässt sich gar nicht vermeiden. Er ist quasi ein Nebenprodukt der Begeisterung und Leidenschaft.

Ein anderer wichtiger Punkt ist: Wir alle kommen an Punkte in unserem Leben, wo nicht alles rund läuft. Zeiten, in denen vielleicht die Branche, in der wir arbeiten, nicht gut läuft, wir entlassen werden oder sonstige Schwierigkeiten - vielleicht auch privater Natur - auftreten. Wenn wir dann in einem Beruf arbeiten, der uns erfüllt, haben wir es wesentlich leichter, da uns diese so wichtige berufliche Säule Stabilität in unsicheren Zeiten gibt. Sie gibt uns Sicherheit von innen heraus. Wurden wir entlassen, wovor heutzutage niemand wirklich gefeit ist, gibt uns das Gefühl, in dem richtigen Job zu sein, die Sicherheit wieder einen neuen Job finden zu können. Denn "infizierte" Arbeitnehmer sind wertvolle Arbeitnehmer, die sich jeder Unternehmer wünscht.

Also, wenn Sie an dem Punkt stehen, dass Sie eine Ausbildung oder ein Studium erwählen sollen oder wenn Sie sich – vielleicht in der Lebensmitte - nach einem ganz und gar neuen Beruf umschauen, fragen Sie sich zuallererst: Was macht mir wirklich so richtig Spaß? Wofür kann ich mich begeistern? Was tue ich so gern, dass ich es auch freiwillig tue, ohne dass ich dafür bezahlt werde? Und dann erst, in weiteren Schritten kommen Kompetenzen, denn die kann ich in der Regel erlernen – Begeisterung und Leidenschaft aber nicht.

Wie ist es bei Ihnen? Was macht Ihnen so richtig Spaß? Wofür brennen Sie? Teilen Sie es mir mit?

05. December 2014