Warum es nicht ausreicht, sich nur auf Anzeigen zu bewerben

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Sind Sie auf der Suche nach einem besseren oder neuen Job? Studieren Sie auch jeden Samstag ausführlich die Stellenanzeigen der gängigen Zeitungen und Stellenbösen? Das ist gut, reicht aber bei weitem nicht aus.

Warum nicht? Weil die meisten zu besetzenden Stellen nicht mehr ausgeschrieben werden. Und die interessanten schon gar nicht. Diese Stellen werden alle entweder intern, über Empfehlungen oder durch Kontakte besetzt. Würden Sie als Unternehmer eine Stelle als Geschäftsführer oder Vertriebsleiter ausschreiben und an eine Person vergeben, die Sie gar nicht kennen? Wohl kaum, wenn es auch andere, wesentlich bessere Möglichkeiten gibt, diese Stelle gut zu besetzen. Außerdem spielt der Zeitfaktor eine große Rolle.

Wie läuft das heutzutage? Viele Personalabteilungen - falls es sie überhaupt gibt und diese Aufgabe nicht vom Firmeninhaber übernommen wird - sind auch gleichzeitig für Personalentwicklung zuständig und in der Regel nicht sehr üppig besetzt. Wenn jetzt eine Stelle öffentlich ausgeschrieben wird, kommen nicht selten zwischen 100 und 500 Bewerbungen rein, je nach Größe des Unternehmens und Attraktivität des Jobs. Diese Bewerbungen werden in der Regel in der Personalabteilung vorgesichtet. Es wird überprüft, ob die Unterlagen den Standards entsprechen. Das gilt sowohl für die Aufmachung der Bewerbungsunterlagen, d.h. also sind Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnisse vollständig und sorgfältig aufbereitet, als auch für die Richtigkeit, d.h. liegen Rechtschreibfehler vor, werden die Formatierungsstandards eingehalten etc. Sind hier Fehler, fallen diese Bewerbungen als erstes raus. Dann müssen die Voraussetzungen überprüft werden, d.h. bringen die Bewerber die erforderlichen fachlichen Qualifikationen und Erfahrungen mit. In einem dritten Schritt wird die sonstige Passgenauigkeit wie Stärken und andere Kompetenzen für die Stelle gecheckt. Das sind Arbeitsschritte, die allesamt viel Zeit kosten. Wie viel einfacher ist es da, auf Bewerber zurück zu greifen, die sich bereits profiliert haben und von denen man weiß, dass sie sowohl die fachliche als auch die persönliche Eignung mitbringen? Und das ist genau der Grund, warum die Bewerbung auf eine öffentlich ausgeschriebene Stelle häufig nicht viel Aussicht auf Erfolg hat.

Was heißt das nun für Sie? Erstens dass Sie sich auf keinen Fall darauf verlassen sollten, nur auf Stellenanzeigen zu antworten, denn dies ist nur ein ganz kleiner Teil der offenen Stellen. Was auch erschwerend dazu kommt, ist die Tatsache, dass Stellen häufig schon vorher inoffiziell vergeben wurden und nur noch ausgeschrieben wurde, weil es halt Pflicht war (gilt z.B. für alle öffentlichen Verwaltungen). Zweitens heißt das für Sie, dass Sie eine andere Strategie brauchen, um Stellen zu akquirieren, nämlich die offenen Stellen zu finden, die den verdeckten, nicht öffentlichen Arbeitsmarkt betreffen. 

Welche Strategien sind hier hilfreich? Die beste Strategie ist es natürlich, sich schon vorher ein gutes Netzwerk aufzubauen. Suchen Sie den Kontakt zu anderen Leuten in der Branche. Am besten persönlich, es geht aber auch online z.B. per Xing, LinkedIn oder Facebook. Kontakte sind so etwas wie eine Versicherung in volatilen Märkten. Die zweite Strategie ist es, Kontakte zu Unternehmen direkt zu suchen. Wie machen Sie das? Sie nehmen den Hörer in die Hand und rufen direkt die Personalabteilung Ihrer Wunschunternehmen an. Sagen Sie direkt und klar, wonach Sie suchen und fragen Sie, ob derzeit oder in naher Zukunft so eine Stelle frei ist bzw. wird. Wenn das so ist, erfragen Sie nähere Informationen wie z.B. welches die Voraussetzungen sind, welches die Tätigkeiten sind, worauf es bei der Tätigkeit besonders ankommt, was dem Unternehmen ganz besonders wichtig ist, und so weiter. Somit haben Sie eine gute Grundlage für eine passgenaue Bewerbung. Man nennt das auch Initiativbewerbung.

Was passiert nun in der Realität häufig? Viele Bewerber verschicken ungefragt ihre Bewerbungsunterlagen und führen vorher kein Telefonat. Das nennt man dann Blindbewerbung. Wo aber liegt nun der Unterschied zwischen Initiativbewerbung und einer Blindbewerbung und warum ist Erstere die einzige Wahl? Erstens haben Sie bei einer Initiativbewerbung detaillierte Infos über die Stelle und können somit Ihre Bewerbung an die Wünsche des Unternehmens anpassen und argumentativ mit Ihren Stärken punkten. Zweitens holen Sie sich das O.K. des Unternehmens für Ihre Bewerbung und sorgen dafür, dass Ihre Bewerbung erwartet wird. Eine völlig andere Ausgangslage. Da das immer noch nicht viele Bewerber tatsächlich tun, haben Sie natürlich auch eine viel niedrigere Wettbewerbslage. Riesengroße Vorteile. 

Also, wenn Sie auf der Suche nach einer Stelle sind, gehen Sie diesen einen Schritt mehr, rufen Sie an, erfragen Sie Details und bewerben Sie sich dann passgenau auf die tatsächlich offenen Stellen. Das macht den Unterschied zum Erfolg aus. Probieren Sie es aus - es lohnt sich!

Welche Erfahrungen haben Sie mit Bewerbungen gemacht? Welches waren gute Erfolgsstrategien? Teilen Sie es hier mit - für alle Leser!

19. December 2014