Warum Sie das Steuer selbst in die Hand nehmen sollten

Kennen Sie den Unterschied zwischen einer aktiven und einer reaktiven Karrierestrategie? Nein? Da ich das so wichtig finde, ist dies das heutige Thema meines Blogbeitrags, denn dies ist - meiner Meinung nach - heutzutage der Unterschied zwischen einer erfolgreichen und einer nicht so erfolgreichen Karrierestrategie...

Wie oft saßen Sie schon vor Stellenanzeigen und waren frustriert, dass niemand Sie sucht? Wie oft schon haben Sie sich gedacht, dass man es heutzutage immer schwerer hat einen guten Job zu finden? Denken Sie auch, dass man heutzutage alles tun und sich verbiegen muss, damit es mit dem Job klappt?

Ich kann dem nicht zustimmen. Warum? Weil diese Überzeugungen allesamt aus einer reaktiven Karrierestrategie stammen. Jetzt höre ich schon einige sagen: "So ein Blödsinn, man hat doch heute eh kaum noch Chancen auf einen guten und vor allem sicheren Job...". Ich möchte Ihnen hierzu meine Sicht der Dinge erzählen.

Ist heute alles immer ganz easy? Nein, natürlich nicht. Die Märkte sind sehr volatil und wir wissen heute nicht, was morgen gefragt sein wird. Das gilt auch für den Arbeitsmarkt. Und ja, die Stellenanzeigen sind weniger geworden und alle Arbeitgeber hätten wohl gern am liebsten eine/n 25-Jährige/n mit 40 Jahren Berufserfahrung. Klar, das wäre das Optimum. Auch richtig ist, dass die Bedingungen in einigen Jobs alles andere als rosig sind. Ja, wir können an einigen Voraussetzungen schlichtweg nichts verändern, die Bedingungen und Gegebenheiten sind wie sie sind. ABER, wir können entscheiden, wie wir mit ihnen umgehen. Und das nenne ich dann eine aktive Karrierestrategie. 

Was heißt das nun genau? Eine aktive Karrierestrategie passt sich unseren Wünschen und Bedingungen an, nicht umgekehrt. Das setzt voraus, dass wir wissen, wer wie sind, was wir wollen, wie wir arbeiten wollen, wofür wir uns begeistern, was wir gut können und worin wir uns von anderen unterscheiden. Wenn wir diese Fragen beantworten können, kennen wir unseren Wert und den Nutzen, den wir dem Unternehmen oder, wenn wir selbstständig sind, den Kunden bringen.

Was passiert, wenn wir so denken und handeln? Wir werden uns unserer selbst bewusst und treten somit auch ganz anders auf, nämlich voller Selbstvertrauen und Selbstsicherheit. Und das macht uns unglaublich anziehend und "sexy" - auch für den Arbeitsmarkt und/oder potentielle Kunden. Nichts ist so attraktiv wie ein Mensch, der weiß, was er will und kann. Der sich nicht dreht wie ein Fähnchen im Wind. Wenn wir so handeln, passen wir uns nicht (mehr) dem Arbeitsmarkt oder dem Kunden an, sondern machen es genau umgekehrt. Wir müssen uns für niemanden verbiegen, weder für den Chef noch für den Kunden, eben weil wir so gut unseren eigenen Wert kennen. Diese Strategie lässt uns unsere eigenen Werte leben. Wir nennen das auch authentisch. Wir sehen uns nicht mehr als Opfer, sondern als Gestalter unseres Berufslebens. Ich habe quasi das Steuer in der Hand. Eine ganz andere Ausgangslage. Die Folge: Wir sind nicht nur zufriedener, sondern wir werden auch viel attraktiver für den Arbeitsmarkt oder für potentielle Auftraggeber. Aus einer geschwächten Lage heraus, nämlich wenn wir versuchen uns anzupassen und alles "richtig" zu machen, würden wir niemals diesen Status erreichen.

Heißt das nun, dass wir versuchen sollen, auf Biegen und Brechen "unser Ding" durchzuziehen? Nein, das meine ich natürlich nicht damit. Ich meine nicht, dass Sie nicht mehr auf die Bedürfnisse der anderen achten sollten. Das wäre purer Egoismus. Natürlich sollten Sie schauen, wie es anderen geht, was andere sich wünschen. Aber, und das ist der Unterschied, Sie sollten in erster Linie schauen, wie Sie es mit Ihren eigenen Interessen vereinbaren können. Und wenn das nicht der Fall ist, suchen Sie sich ein anderes Arbeitsumfeld. Eins, das besser zu Ihnen passt. Eins, in dem Sie gemäß Ihrer Stärken und Wünsche leben können. Verbiegen Sie sich nicht für andere und bleiben Sie immer auf Augenhöhe - das gilt sowohl für Ihren Chef als auch für Ihre Kunden. Alles andere führt in die Sackgasse und ist eben nur reaktiv - nicht AKTIV. Und eine reaktive Strategie ist heutzutage nicht mehr zeitgemäß und führt zu Misserfolgen. 

Wie sehen Sie das? Können Sie dem zustimmen oder haben Sie völlig andere Erfahrungen gemacht? Teilen Sie es hier mit!